Wie ein Unternehmen mit KI arbeitet: vier Schichten
Sobald KI-Agenten mitarbeiten, entscheidet die Ordnung der Ablage darüber, was möglich ist und was schiefgeht. Dieser Artikel beschreibt die vier Schichten, die es dafür braucht: Regeln, Kundendaten, Arbeit und Ergebnisse.
Der Ausgangspunkt: eine gemeinsame Grundlage
Google entwickelt den Großteil seiner Software an einer einzigen Stelle. Fast der gesamte Programmcode des Konzerns liegt in einer gemeinsamen Ablage, dem sogenannten Monorepo. Wer etwas ändert, sieht sofort, was sonst noch davon abhängt. Jedes neue Vorhaben startet nicht bei null, sondern auf dem, was schon da ist.
Kein mittelständisches Unternehmen braucht die Werkzeuge eines Konzerns mit Zehntausenden Entwicklern. Aber das Prinzip dahinter lässt sich übertragen: eine gemeinsame Grundlage, auf der alles Weitere aufbaut, nicht viele einzelne Daten-, Wissens- und Systeminseln.
Sobald KI-Agenten in dieser Grundlage arbeiten, reicht ein einziger Topf allerdings nicht mehr. Denn ein Agent liest, was man ihm gibt, und schickt es an ein Sprachmodell. Wer Kundendaten und Arbeitsregeln im selben Ordner liegen hat, schickt beides mit. Deshalb trennen wir die Grundlage in vier Schichten.
Die vier Schichten
Jede Schicht hat eine eigene Aufgabe und einen eigenen Umgang mit Daten. Erst die Trennung macht es möglich, einem Agenten genau das zu geben, was er für eine Aufgabe braucht, und nicht mehr.
Warum die Trennung wichtig ist
Ohne diese Trennung landet früher oder später alles im selben Prompt. Kundendaten gehen dann an ein Sprachmodell, nur weil sie zufällig im selben Ordner lagen. Sind Regeln und Daten getrennt, lässt sich für jede Aufgabe entscheiden, was mitgeht und was nicht.
Das zweite Problem sind die Kosten. Ein Agent, der bei jeder Frage den gesamten Unternehmenskontext mitliest, kostet ein Vielfaches. Bei drei Testnutzern fällt das nicht auf, bei hundert Mitarbeitern schon.
Und man muss begrenzen können, was ein Agent lesen und ausführen darf. Das geht nur, wenn es überhaupt Grenzen gibt.
Genau an dieser Stelle setzt unsere Arbeit an, wenn Ihre Mitarbeiter selbst bauen. Sie beschreiben, was das Werkzeug tun soll, und wir sehen uns an, wie es die Schichten benutzt.
Der erste Schritt ist Transparenz
In den meisten Unternehmen liegen Informationen heute verstreut: in Datenbanken, in Excel-Dateien, in Dokumenten, in E-Mail-Postfächern, in Cloud-Werkzeugen und in verschiedenen Fachsystemen. Jedes für sich funktioniert. Zusammen ergeben sie kein Bild.
Bevor irgendetwas gebaut wird, klären wir deshalb fünf Fragen:
- Welche Daten gibt es überhaupt?
- Wo liegt welches Wissen?
- Welche Systeme werden genutzt?
- Wie hängen Abläufe und Informationen zusammen?
- Welche Informationen sind verlässlich?
Aus den Antworten entsteht eine gemeinsame digitale Grundlage: ein Ort, an dem klar ist, was gilt. In der Fachsprache heißt das Single Source of Truth, eine einzige verlässliche Quelle.
Es geht nicht darum, sämtliche Unternehmensdaten technisch in eine einzige Ablage zu schieben. Datenbanken, Dateien und Fachsysteme dürfen bleiben, wo sie sind. Es geht um eine gemeinsame Struktur, klare Zusammenhänge, zentrale Kontrolle und eine Grundlage, auf der Neues aufbauen kann.
Datenhoheit: Was Ihnen danach gehört
Diese Grundlage macht ein Unternehmen unabhängiger. Statt für jedes neue Problem ein weiteres Werkzeug einzukaufen, besitzt es zunehmend selbst:
- seine Daten
- sein Wissen
- seine Geschäftslogik, also die Regeln, nach denen es arbeitet
- die Verbindungen zwischen seinen Systemen
- die Grundlage für alles, was künftig darauf entsteht
Eingekaufte Software bleibt weiterhin möglich und oft sinnvoll. Sie ist dann aber ein Werkzeug innerhalb Ihrer Struktur und nicht mehr das Fundament, auf dem Ihr ganzes Unternehmen steht.
Digitale Maßanzüge
Auf einer solchen Grundlage lassen sich Anwendungen bauen, die genau zu einem Unternehmen passen:
- interne Werkzeuge für den Arbeitsalltag
- KI-Assistenten, die auf den eigenen Unterlagen antworten
- Automatisierungen für wiederkehrende Handgriffe
- Entscheidungshilfen
- Produktberater und Konfiguratoren für Kunden
- größere interne Systeme
Was solche Werkzeuge attraktiv macht, ist die Geschwindigkeit. Mit den heutigen KI-Werkzeugen entsteht ein brauchbares internes Tool in Tagen, nicht in Monaten. Damit lohnen sich plötzlich Ideen, die früher zu klein für ein Projekt waren: der Konfigurator für eine einzelne Produktlinie, das Auswertungswerkzeug für ein Team, der Assistent für eine wiederkehrende Kundenfrage.
Solche Werkzeuge sind digitale Maßanzüge: geschnitten für ein Unternehmen, nicht für einen Markt. Sie laufen auf Ihrer eigenen Infrastruktur, und wenn eines nach einem Jahr nicht mehr gebraucht wird, schalten Sie es ab.
Ihre Mitarbeiter bauen mit
Der zweite Teil ist genauso wichtig wie der erste. Heutige KI-Werkzeuge machen es möglich, dass Fachabteilungen selbst an solchen Anwendungen mitarbeiten. Niemand muss dafür Softwareentwickler werden.
Wir helfen Ihren Leuten, ihre fachliche Erfahrung mit diesen Werkzeugen zu verbinden. Wer den Ablauf am besten kennt, ist oft auch der, der die beste Lösung dafür beschreiben kann. Die Umsetzung kann dann auf drei Wegen laufen:
- Ihr Unternehmen macht es selbst
- Sie machen es gemeinsam mit uns
- wir übernehmen es vollständig
Uns ist der erste Weg der liebste. Was Ihre Leute selbst können, bleibt im Haus, auch dann, wenn wir längst wieder weg sind.
Der Weg in drei Schritten
Das Unternehmen besitzt nicht nur seine Daten. Es besitzt auch die Fähigkeit, daraus seine Zukunft zu bauen.
Genau darum geht es bei einer gemeinsamen Grundlage: nicht um ein weiteres System, sondern um den Punkt, ab dem ein Unternehmen selbst entscheidet, was als Nächstes entsteht.